Weihnachtszeit in Nashville und New Orleans

Weihnachtszeit in Nashville und New Orleans

Als wir unseren Trip nach Süden geplant haben, da guckten wir auf die Karte und dachten uns: "2 Wochen nur in Florida, das ist zu lang. Lass uns unterwegs in New Orleans halt machen. Schau, das ist direkt nebeneinander auf der Karte!". Eine der besten dummen Ideen, die wir je hatten.

Denn natürlich ist dieses Land einfach viel zu groß, und direkt nebeneinander auf der Karte heißt immer noch Stunden um Stunden Autofahren. Aber Weihnachten in New Orleans zu verbringen war einfach super!

Weil man zwar technisch gesehen an einem Tag von West Lafayette nach New Orleans fahren kann, das dann aber wirklich keinen Spaß mehr macht, hatten wir uns entschieden, einen Zwischenstopp in Nashville einzulegen und das Herz des Countries zu erforschen.

Die Fahrt von Indiana nach Nashville war ziemlich ereignislos, aber ziemlich wolkenverhangen zu Beginn. Um Abwechslung in die Sache zu bringen, fing es später ganz scheußlich an zu regnen. Außerdem wurde es mysteriös! Nachdem wir Indiana hinter uns gelassen und die Grenze zu Kentucky überquert hatten, war die Autobahn gesäumt von Schildern, die uns auf irgendwelche Höhlen aufmerksam machten, die wir doch unbedingt besuchen sollten. Und nichtmal richtige Hügel, alles fast flach so weit das Auge reichte. Die Leute in Kentucky verstecken ihre Höhlen anscheinend gut, und wir hatten keine Zeit, dem auf den Grund zu gehen.

Im strömenden Regen erreichten wir dann Nashville und beschlossen, uns die Innenstadt und den Broadway mit seinen Musikkneipen anzusehen. Vorher waren wir noch im "Flying Saucer" essen, dem Laden mit der beeindruckensten Bierkarte, die ich je gesehen habe. Der Broadway ist natürlich etwas touristisch und viel der echten Musikszene kann man woanders finden. Aber es war trotzdem ein großer Spaß von Bar zu Bar zu gehen, unterschiedliche Bands zu sehen und den Flair einer für uns sehr ungewohnten Stadt zu genießen. Auf jeden Fall ein toller Stop auf unserem Trip.

Am 23. ging es dann weiter nach New Orleans. Diesmal war es eine deutlich weitere Fahrt und wir verbrachten fast den ganzen Tag im Auto. Wir durchquerten Alabama und Mississippi und es war unübersehbar, dass wir nun im ganz tiefen Süden angekommen waren. Überall Konföderierte Flaggen, deren Präsenz mir als Außenseiter immer irgendwie unangenehm ist (was für viele Insider vermutlich genauso gilt), flankiert mit lustigen Schildern und T-Shirts über Waffenbesitz und große Werbetalfen, die mir meine ewige Verdammnis in der Hölle verkündeten. Nett.

Nachdem wir es da durch geschafft hatten, erreichten wir New Orleans zu erschöpft um noch groß was zu unternehmen. Was in diesem Fall ein Glücksgriff war, denn so entdeckten wir in der Nähe unseres Hotels ein kleines Cafe, das ziemlich großartiges lokales Essen hatte, in Portionen die eine kleinere Armee satt gekriegt hätten. Und es ist ja immer echt cool, wenn man da essen gehen kann, wo auch die Einheimischen hingehen.

Am Morgen des 24. begann dann unsere Erkundung von Downtown New Orleans und des sogenannten French Quarters, wo der alte Stadtkern aus der ersten, franzöischen, Kolonialzeit lag. Zu dieser Jahreszeit war es vermutlich ein bisschen weniger lebending als sonst, aber dafür auch deutlich weniger überlaufen. Wie schon in Nashville war gerade das French Quarter ein Ort mit einem ganz besonderen Flair, voll von Musik und Kultur. Wenn man denn die Bourbon Street meidet, die schlimmste Touristenfalle der Stadt.

Das schlechte Wetter hatten wir auf der Fahrt am Tag davor hinter uns gelassen (und ich empfehle jedem, der mit dem Auto in New Orleans ankommt, es bei Sonnenuntergang zu machen. Holla die Waldfee, sieht das traumhaft aus). Bei strahlendem Sonnenschein ging es also raus in die Sümpfe um New Orleans, eine Bootstour machen. Ich bin bisschen zwiegespalten was diese Erfahrung angeht, denn zumindest im Sommer werden da die Alligatoren mit Marshmallows angefüttert, und es war auch ein kleiner Alligator an Bord, der später herumgereicht wurde, damit jeder mal anfassen konnte. Gleichzeitig war es aber auch eine traumhaft schöne Tour durch ein faszinierendes Ökosystem. Ich liebe es einfach die Natur zu erkunden, auch wenn es von einem Tourboot aus ist.

Am Abend haben wir dann Weihnachten in den Musikkneipen im French Quarter gefeiert. Zumindest ich habe gefeiert, denn meine Reisebegleitung war von einer Überdosis Weihnachtslieder im heimischen Schweden schon so geschädigt, sie konnte die verschiedenen Variationen diverse Festtagsklassiker nur still über sich ergehen lassen.

Am 1. Weihnachtsfeiertag setzten wir unsere Erkundung von New Orleans zu Fuß fort. Wir starteten zunächst wieder im French Quarter, wo wir den French Market besuchten (alles sehr sehr French da unten). Danach ging es rüber in den Garden District, wo es viele Beispiele der speziellen Südstaatenarchitektur gibt. Sehr viele wunderschöne Häuser, in die wir ohne Bedenken sofort eingezogen wären. Den Nachmittag verbrachten wir dann im Crescent Park, von wo aus man einen tollen Blick auf den Mississippi und die Skyline von New Orleans hat. Zum Ausklang des Tages gab es eine deine Geistertour durchs French Quarter, mit vielen Geschichten über Geister oder Voodoo.

New Orleans zu besuchen war auf jeden Fall eine großartige Idee. EIn sehr einzigartiger Ort, mit seinem starken Bezug auf seine französischen Wurzeln, seinem Mix der Kulturen und natürlich seiner Musik. Und das Essen! Zumindest das, an das wir heran gekommen sind. Denn nicht weniger als drei Mal standen wir vor Restaurants, die wir uns mühsam ergoogelt hatten, und die dann wegen der Feiertage geschlossen hatten. Aber wir haben immer tollen Ersatz gefunden. Hat jetzt mit Südstaatenküche nichts zu tun, aber falls jemand mal da unten ist und Lust auf italienisch hat, Mona Lisa ist ein hervorragender Laden!

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Winterroadtrip 2017/18

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