Chicago! Und was sonst so los ist.

Chicago! Und was sonst so los ist.

Wow, über 2 Monate ohne Eintrag hier. Da sieht man, wie schnell der kreative Impuls verloren geht, wenn die Arbeit etwas stressiger wird. Das ist im Prinzip auch schon der Großteil der Zusammenfassung der letzten Monate bei mir, Arbeit Arbeit. Nachdem ein wichtiges Projekt Mitte Februar erfolgreich abgeschlossen wurde, ist es allerdings schon besser geworden und es war wieder mehr Freizeit vorhanden. Aber dazu später mehr.

Die wichtigsten Updates der letzten zwei Monate: Ich habe meinen Vertrag hier um 9 Monate verlängert und bleibe nun bis mindestens Ende März 2018 in den USA! Es gefällt mir also nach wie vor gut, und eine etwas längere Perspektive als bis Mitte diesen Jahres zu haben ist auch nicht verkerht. Nächster Schritt wird dann auch endlich Anschaffung eines Autos sein, um mal mehr von der Gegen zu sehen und das Land mehr zu erkunden. Ein weiterer Grund, warum es praktisch sein wird: Ich werde in der zweiten Jahreshälfte viel Zeit drüben in Illinois verbringen, am Fermilab, einem anderem großen Teilchenbeschleunigerforschungszentrum, das ein wichtiges Zentrum für die amerikanischen Beiträge zum CERN ist. Als Teil eines Gestprogramms fördern die eine Kollaboration von mir mit anderen Leute, die dort stationiert sind. Ich werde also im Spätsommer und Herbst viel zwischen West Lafayette und dem Fermilab pendeln.

Da dass Leben außer Arbeit aber auch noch mehr zu bieten haben muss, habe ich mich endlich aufgerafft, mal eine Städtereise innerhalb der USA zu unternehmen und bin letzten Samstag mit dem Zug nach Chicago gefahren. Leider hatte ich ziemliches Pech bei der Wahl meines Wochenendes, denn Chicago begrüßte mich mit Nebel und später auch Dauerregen.

 

Blick über den Chicago River in der Nähe des Bahnhofs

Blick über den Chicago River in der Nähe des Bahnhofs

Ich habe dann Plan B gezündet und bin rüber ins Field Museum. Als eine der besten Adressen unter den Naturkundemuseen residert es am Lake Michigan in einem überaus imposanten Bau

Das Museum selbst hat eine ganze Reihe wirklich beeindruckender Exponante. Am bekanntesten ist wohl Sue, der am besten erhaltenen T-Rex überhaupt. Das Biest erwartet einem direkt hinter dem Eingang in der großen Halle und ist wirklich ein beeindruckendes Tier.

Ein guter Teil des Museums beherbergt klassisches Naturkundsmuseeums-Zeugs mit vielen, vielen ausgestopften Tieren. Die fand ich jetzt nicht so besonders spannend und ich hab so das Gefühl, dass diese Art der Ausstellung von Natur nicht mehr so wirklich in diese Zeit passt.

Ganz anders der Rest des Museums mit neuen, state-of-the-art Austellungen. Besonders gefallen haben mir da die Austellungen zur Geschichte der amerikanischen Ureinwohner, die wirklich gründlich die Siedlungsgeschichte von Nord- und Südamerika illustrieren und dabei den Bogen spannen zur heutige Situation der indigenen Völker.

Weiteres Highlight waren die Ausstellungen zu Massensterben, die eine wirklich beeindruckende Sammlung von Fossilien aus allen Phasen der Erdgeschichte zu bieten haben. Höhepunkt da ist die Dinosaurierhalle, wo wirklich alles zu finden ist, was das innere Kind erfreut: Triceratops, Stegosaurus, Apatosaurier, alles da.

Weitere spannende Austellungen waren zum Thema Geschichte Chinas, der Kulturhistorie von Tätowierungen und dem alten Ägypten. Besonders cool war die Austellung zum Thema der wissenschaftlichen Arbeit des Museums an Hand ihrer großen Sammlung an Tieren sämtlicher Art, mit der man z.B die Veränderung von Tierarten durch den Einfluss des Menschen nachweisen kann. So ein Blick hinter die Kulissen war sehr faszinierend.

Nachdem ich so den Tag im Museum verbracht hatte, war es Zeit, im Hotel einzuchecken und dann was essen zu gehen. Als Tourist in Chicago heißt das natürlich Deep Dish Pizza.

Ziemlich lecker, aber irgendwie halt doch keine Pizza. Mit dem dicken Rand ähnelt das Esserlebnis eher einer Quiche.

Ich war dann abens noch ein bisschen in der Stadt unterwegs, aber vor allem müde und bin dann früh eingekehrt.

Am Sonntag war dann die große Tour durch die Stadt dran, da hab ich echt einige Meilen gemacht zwischen den Wolkenkratzern. Das Wetter war leider immer noch eher mies, sehr neblig und mit gelegentlichen Schauern. Trotzdem machte die Architektur der Stadt ziemlichen Eindruck, und mit dem Nebel und den wenigen Leuten unterwegs im Park am Ufer des Lake Michigan erweckte die Stadt einen fast märchenhaften, leicht depressiven Eindruck.

Später am Tag klarte es etwas auf und ich habe den Rest des Sonntags damit verbracht, mir Downtown Chicago anzusehen und zwischen den Wolkenkratzern zu spazieren. Ein Touristenmagnet ist die Chicago Bean, eine Metallskulptur, in der sich die Skyline der Stadt spiegelt.

Ansonsten ist Chicago auf jeden Fall ein architektonisches Highlight, mit seinen unzähligen Wolkenkratzern aus zig Jahrzehnten Bautätigkeit.

Es gibt eine ganze Menge Dinge, ich noch nachholen muss (Diverse Museen, Theater, ...), aber für einen ersten Trip um sich einen Eindruck zu verschaffen war das ein gelungenes Wochenende. Am Chicago River entlang, vorbei am Trump Tower und mit einer fetten Blase am rechten Fuß hab ich mich Sonntag abend dann wieder zum Bahnhof geschleppt und bin sehr erschöpft wieder nach Hause gefahren. Wo ich dann nochmal 2 Meilen auf meiner Blase machen musste, weil ich immer noch kein Auto hab und Sonntag um 10 Uhr natürlich keine Busse mehr fahren. So war ich dann sehr sehr glücklich, als ich endlich ins Bett fallen konnte.

It's a kind of Magic - auf Schicht bei CMS

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Im Selleriesumpf

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