Passengers

Passengers

Ich liebe Science Fiction, und vermutlich gibt es nichts, was mich zuverlässiger ins Kino kriegt als ein Raumschiff im Trailer. Was leider heißt, dass ich ab und zu eher langweiliges Zeug sehen muss, nur weil der Trailer so cool aussah. Was mich zu Passengers bringt.

Anscheinend wurde das Drehbuch für diesen Film schon 2007 geschrieben, von einem Typen namens Jon Spaiths. Irgendwie wurde es dann nie realisiert, obwohl irgendwann mal Keanu Reeves und Emily Blunt für die Hauptrollen schon gecastet waren. Vielleicht nicht ganz verwunderlich, der Typ ist als Autor von Prometheus gelistet, und der war ja eher mies.

Wie dem auch sei, der Film wurde schlußendlich gedreht. Regie hat Morten Tyldum geführt, ein norwegischer Regisseur, dessen bislang einziger großer Film The Imitation Game war, der Alan Turing Film von vor zwei Jahren. Den fand ich ganz ok. Der große Aufhänger des Films ist natürlich die Besetzung der Hauptrollen mit Chris Pratt und Jennifer Lawrance, die beide gerade absolute Topstars sind.

Alle der drei genannten machen einen guten Job. Der Film sieht wirklich großartig ist und ist sehr kompetent inszeniert, mit ansprechender, aber selten herausrangender Cinematographie. Ich mag das ganze Design des Films sehr, und das Raumschiff sieht einfach richtig cool aus.

Lawrence und Pratt spielen beide sehr gut. Das Script gibt ihnen keine besonders bemerkenswerten Dinge zu tun, aber beide machen das beste draus. Und es ist nett, Jennifer Lawrence weniger gelangweilt zu sehen, als in den letzten X-Men Filmen.

Wo der Film für mich flach fällt, ist das Skript. Es ist vermutlich an der Zeit, den Plot zu diskutieren. Die Prämisse ist, dass Pratts and Lawrences Charaktere, Jim und Aurora, als Passagiere eines Raumschiffs unterwegs sind, einen weit entfernten Planeten zu kolonisieren. Zusammen mit 4998 anderen Passagieren und einigen hundert Crewmitgliedern sollen sie daher 120 Jahre eingefroren bleiben. Jim wacht jedoch schon nach etwa 30 Jahren auf, als sein Cryotank ausfällt. Er begreift schnell, dass er nun dazu verdammt ist, den Rest seines Lebens allein auf einem luxuriösen Raum-Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Die einzigen Unterhaltungen, die er führen kann, sind mit einem Roboter-Bartender, in Szenen, die stark an The Shining erinnern.

Der Film hat jetzt im Prinzip einige interessante Ideen, mit denen er spielen kann. Da sind natürlich die Themen Einsamkeit und Verzweiflung, und man bekommt einiges geboten an "Cast Away in Space". Für eine Weile beschäftigt sich der Film mit den extremen Entscheidungen, zu denen man in solchen Umständen getrieben werden kann. Dieser Fokus bricht dann zusammen, als ein Jahr nach Jim auch Aurora aufwacht. Von diesem Punkt an wird der Film mehr und mehr zu einem netten, aber sehr vorhersagbaren Liebesfilm, mit der zusätzlichen Komplikation eines immer fehleranfälligeren Raumschiffs. Der letzte Punkt könnte das ganze im Prinzip spannend machen, aber leider werden alle Probleme immer viel zu schnell und vorhersagbar gelöst ohne wirklich viel Spannung zu generieren. Der Film verbringt zunächst erfreulich viel Zeit mit den angesprochenen extremen Entscheidungen, und ich hatte lange die Hoffnung, dass er hier ungewöhnlich konsequent in daraus resultierenden Konsequenzen sein könnte. Aber dann muss das Raumschiff repariert werden, dramatische Dinge passieren und am Ende ist alles gut.

Kein schlechter Film, aber er entwickelt seine interessante Prämisse leider nie zu spannenden Ideen weiter und bleibt auf intellektueller Ebene eher meh. Aber er sieht gut aus, hat ein paar sehr gute schauspielerische Leistungen, und im Gegensatz zu vielen anderen Blockbustern einen ziemlich kohärenten Plot. Was kein großes Ding sein sollte, aber ich habe die Tage im Flieger Suicide Squad gesehen, und seitdem bin ich für jeden kompetent gemachten Film dankbar. 

Manchester by the Sea

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